Warum eine Operation keine schnelle Lösung ist

By Tamay Jentjens | Blog

Jul 06

Die Zahl der Leute die mir schreiben, dass ihnen der Arzt wegen Schmerzen, die aufgrund einer Gelenkfehlstellung entstehen, eine Operation als sogenannten letzten Ausweg empfehlen, ist erstaunlich hoch.

Daher lass mich dir kurz erklären, warum eine Operation erstens keine schnelle Lösung und zweitens oft nicht notwendig ist.

Es ist einfach eine bequeme Lösung, sich darauf zu verlassen, dass der Arzt sagt du hast ein Hüft- oder Schulterimpingement, der einzige Weg ist, dieses durch eine Operation zu beheben.

Wir müssen nicht mehr drüber nach denken, ob es eventuell einen anderen Weg gibt oder noch besser, wir müssen nicht selber aktiv werden und vielleicht sogar Zeit und Geduld investieren um eine Besserung zu erreichen.

Der Arzt hat uns ja schon eine Lösung präsentiert.

Doch DU BIST KEIN OPFER DEINER UMSTÄNDE!

Hast du dich wirklich genau mit deinem Problem auseinandergesetzt?Hast du dich bewusst damit auseinandergesetzt, ob es vielleicht auch eine andere, natürlichere Lösung für dein Problem gibt, bevor du an an deinem Körper rum schneiden lässt?

Hast du intensiv an deinem Problem, an deiner Beweglichkeit gearbeitet?

Und viel wichtiger :

Hast du dich mal gefragt, ob dein Problem tatsächlich ein anatomisches Problem ist?

Denn die Wahrheit ist, dass die Ursache, eines zu engen Schulterdaches (Schulterimpingement) oder einem Hüftimpingement und dem damit einhergehenden Schmerz häufig gar nicht ein anatomisches Problem ist , sprich das die Hüfte bzw. die Schulter zu klein oder zu eng ist. Und erst Recht ist es in den meisten Fällen,kein angeborener Gendefekt,auf dem man sich gerne mal ausruht.

Natürlich will ich nicht bestreiten, dass es anatomisch Unterschiede gibt.

Allerdings ist die häufigste Ursache für Schmerzen oder Beweglichkeitseinschränkungen oft kein anatomisches Problem,sondern eine Gelenkfehlstellung. Sprich das Gelenk steht beispielsweise falsch in der Pfanne und stößt daher schnell an das Dach der Schulter oder gegen den Hüftknochen, gerade während Bewegungen. Hinzu kommt, dass Verkürzungen in der Kapsel oder adaptiv steif gewordenes Gewebe in der Kapsel ebenfalls dafür verantwortlich ist, dass das Gelenk in seiner Beweglichkeit eingeschränkt ist und früher anfängt zu schmerzen.

Genau dieses Problem lässt sich mit  Hilfe von Bewegung und eben Beweglichkeitstraining häufig gut beheben oder mindestens verbessern.

Dazu müssen wir nur selbst etwas tun.

Denn erst wenn wir diese Beweglichkeitseinschränkung behoben haben, sollten wir anfangen uns über anatomische Defizite Gedanken zu machen.

Du willst immer noch eine OP, um Zeit zu sparen?

Ja, nach 3-4 Wochen kannst du wieder langsam laufen, aber laufen heißt nicht squatten!

Bedeutet, bis deine komplette ROM (Range of Motion/ Beweglichkeitsradius) nach einer OP wieder hergestellt ist und alles was an Gewebe, Faszien und Muskeln durchtrennt, oder an Knochen abgeschliffen wurde wieder zusammengewachsen und verheilt ist, vergehen ganz locker mal min. 6-8 Monate. Und das mit ordentlicher Betreuung vom Physio oder Mobilisierungstraining über 6 Konstante Monate.

Das kann ich aus eigener Erfahrung so sagen, da meine aus gekugelte Schulter damals genauso lange brauchte um wirklich vollständig zu heilen.

Deswegen investiere diese Zeit, die die Heilung sowieso in Anspruch nehmen würde, doch lieber darin, mit Bewegung und Beweglichkeitstraining an deiner Fehlstellung zu arbeiten. Investieren musst Du diese Zeit so oder so.

Denn bei so vielen Menschen ist genau das die Ursache ihres Problems und nicht eine anatomische.

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